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Hoch hinaus bei Olympia: Emma Weiß holt den zwölften Platz
18.2.2026 Von Larissa Bühler, schwaebische.de
Eine Absage am Dienstag stoppte zunächst die Aerials-Wettbewerbe. Am Mittwoch konnte die Albstädterin Emma Weiß bei den Olympischen Spielen dann aber überzeugen.
Im Vorfeld hatte Emma Weiß ein gutes Gefühl. In Bestform war sie laut eigenen Angaben nach Livigno gereist, war bereit für ihre zweiten Olympischen Spiele. Ein körperlicher Dämpfer folgte jedoch – und auch das Wetter spielte am Dienstagvormittag nicht wirklich mit. Gute Vorbereitung Monatelang hatte sich Emma Weiß auf die Winterspiele vorbereitet, zuletzt auch nochmal akribisch mit ihrem Vater Armin Weiß gearbeitet. Die ersten Trainingseinheiten im offiziellen Olympia-Programm liefen dann auch vielversprechend. „Wir konnten jeweils sechs Sprünge machen. Papa und ich sind gut unterwegs, fühlen uns beide gut und sind soweit fit“, so Weiß nach den ersten Einheiten. Auch die Gegebenheiten stimmten. „Die Anlage ist tiptop. Da kann man gar nichts aussetzen, außer dass der Anlauf mega steil ist.“ Bitter jedoch für die 26-Jährige: Kurz vor dem Wettkampf setzte ihre Periode ein. Und auch die Gegebenheiten machten den Athletinnen dann Probleme. In der Nacht zu Montag waren in Livigno und Umgebung über 25 Zentimeter Neuschnee gefallen. Seit den frühen Morgenstunden am Dienstag schneite es dann wieder. Trotzdem machten Weiß und ihre Konkurrentinnen noch letzte Trainingssprünge, waren bereit für den offiziellen Beginn. Doch es blieb beim dichten Schneefall. Diese Gegebenheiten hätten die Sicht der Athletinnen massiv beeinträchtigt und sich auch auf die Geschwindigkeiten beim Anlauf ausgewirkt. Das war den Verantwortlichen zu gefährlich – und so wurde der Start mehrfach verschoben, ehe um 13.15 Uhr die komplette Absage für Dienstag erfolgte. Neuer Versuch am Mittwoch Emma Weiß nahm es gelassen, schließlich war es so schon bei ihren ersten Olympischen Spielen 2022 in China gelaufen. Hinter den Kulissen musste nun jedoch zusätzlich gearbeitet werden. Die Verantwortlichen krempelten den Zeitplan um, setzten sowohl Quali als auch Finals für Mittwoch an. Und auch die Startreihenfolge wurde nochmal neu ausgelost. So ging es für Weiß statt ursprünglich als 16. dann am Mittwoch als 17. auf die Schanze. Nach dem Schneechaos am Vortag waren die Bedingungen am Mittwoch nach einer wolkenlosen Nacht nahezu optimal. Bei -13 Grad Celsius gab es nur wenig Wind, alles war bereit für einen tollen Wettkampftag. Die Qualifikation begann dann mit einem echten Statement von Marion Thenault. Die Kanadier bekam für ihren Full-Full-Full 108,61 Punkte, segelte auf Platz eins – und gab diesen auch nicht mehr her. Eine nach der anderen reihte sich hinter Thenault ein, viele Athletinnen hatten mit geringen Wertungen bei der Landung zu kämpfen. Nicht so jedoch Emma Weiß. Bei ihrem Full-Full gab es mit 8,10 die beste Landungsnote im ersten Qualidurchgang. Auch sonst stimmte der Sprung und mit starken 81,90 Punkten landete Weiß zunächst auf Rang acht. Drei Kontrahentinnen zogen dann noch an der Albstädterin vorbei, dennoch war es eine ordentliche Ausgangslage für den zweiten Qualifikationsdurchgang. Weiß bleibt Elfte In diesem waren neben Thenault dann auch Danielle Scott (Australien/99,59 Punkte), die starken Chinesinnen Shao Qi (90,22), Kong Fanyu (89,72) und Xu Mengtao (89,29) sowie die Amerikanerin Kaila Kuhn (89,29) nicht mehr dabei, die Top Sechs hatten bereits das Finale gebucht. Sechs weitere Athletinnen wurden für dieses dann noch gesucht.Der zweite Sprung kommt in die Wertung, wenn er besser ist als der erste Quali-Versuch. Das war bei den verbliebenen Spitzenpositionen nur bei Chen Meiting (China/86,71 und 100,29) der Fall. Für die Weißrussin Hanna Huskova (88,29 und 82,73), Abbey Willcox (Australien/88,12 und 66,78) und Winter Vinecki (USA/87,57 und 84,99) gingen die ersten Ergebnisse in die Wertung ein – genau wie für Weiß, die für ihren Double Full-Tuck nun 75,14 Zähler bekam. Wieder lieferte die 26-Jährige dabei den Bestwert in der Landung (8,6 von 9). Komplettiert wurden die Top Zwölf von Tasia Tanner (USA/80,01 und 78,01). Steigerung beim zweiten Finalsprung Das erste große Zwischenziel hatte Weiß damit erreicht. Im Finale versuchte es Weiß mit einem Double-Full-Full, stürzte aber bei der Landung und bekam so nur 45,82 Punkte. Im zweiten Versuch zeigte Weiß dann nochmal einen Full-Full und steigerte ihre Punktzahl dabei auf 75,28. So stand letztlich Rang zwölf zu Buche. „Das war ein guter Tag insgesamt“, sagte Weiß gegenüber dpa. „Ich habe wirklich schlecht geschlafen, aber wir haben das Beste daraus gemacht. Ich hätte es mit meinen Sprüngen gar nicht ins Super-Finale geschafft. Das passt alles so, wie es ist.“
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